Projekt: Flexible EinschulungGSbuntenHB134

Aus der Erkenntnis, dass es sich jedes Jahr in Kindergarten und Grunschule zeigt, dass Kinder zu früh oder zu spät eingeschult werden, ist aus einer offenen Diskussionsrunde zwischen der Grundschule am Buntentorsteinweg und den Kindergärten "Kornstraße", "Hardenbergstraße", "Arche", "Kodakistan" und "Hünefeldstraße" (Runder Tisch Bildung Neustadt) die Idee einer zweimaligen, "passgenaueren" Einschulung entstanden. Im Januar 2010 hat die Senatorin für Bildung den gemeinsamen Modellantrag auf zweimalige Einschulung genehmigt.

Die flexible Einschulung ist ab Februar 2011 möglich für Kinder, die der allgemeinen Schulpflicht gemäß § 53 des BremSchulG unterliegen. Eltern, deren Kinder in die oben genannten Kindergärten gehen, können ihr Kind für die Februareinschulung anmelden.

Gründe für die zweimalige Einschulung

Die individuelle Entwicklung der Kinder wird durch die zweimalige Einschulung stärker berücksichtigt. Insgesamt bedeutet die zweimalige Einschulung keine Verlängerung des Bildungsweges der Kinder, da sie aufgrund der auf fünf Jahre begrenzten Verweildauer in der Grundschule bei einer Einschulung  zum Halbjahr entweder nach 3 1/2 oder nach 4 1/2 Jahren auf die weiterführende Schulstufe wechseln.
Wir erhoffen uns, dass durch die flexible Einschulung

  • die Persönlichkeit der Kinder durch passendere Lernangebote in beiden Einrichtungen gestärkt wird.
  • die Kindergarten- und Schullust der Kinder erhalten bleibt bzw. erhöht wird (das Kind steht im Mittelpunkt der Entscheidung).
  • Eltern mehr Sicherheit bekommen im Hinblick auf den passenden Einschulungszeitpunkt.

Voraussetzungen für zweimaliges Einschulen

Die PädagogInnen der aufnehmenden Grundschule arbeiten zumindest in den ersten beiden Schuljahren jahrgangübergreifend.
Bildungsarbeit und Übergang stimmen die Pädagogen der beteiligten Einrichtungen gemeinsam und verbindlich ab. Die PädagogInnen von Kindergärten und Schule entwickeln gemeinsame Rituale und ein Einschulungsritual für den Februar.
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist von zentraler Bedeutung.
Der schulärztliche Dienst ist in die Entscheidung einbezogen.

Ziele der zweimaligen Einschulung

Die pädagogische Arbeit zwischen den PädagogInnen von Kindergarten und Grundschule soll so verzahnt werden, dass ein zweimaliger Übergang zwischen den Einrichtungen für Kinder möglich wird. Dazu gehört, dass die Inhalte des letzten Kindergartenjahres und die Inhalte und Arbeitsweisen der Einschulungsphase abgestimmt sind, Projekte gemeinsam geplant werden und in engem Austausch ein "Miteinander und Voneinander Lernen" entsteht.

Die flexible Einschulung soll

  • dem Wohle der Kinder dienen
  • zu frühe Einschulung vermeiden (Beibehaltung des Karenzzeitstichtages)
  • bei Bedarf Kindern auch im Pflichtschulalter mehr Zeit in der Kita ermöglichen
  • die enge, gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den PädagogInnen der beteiligten Einrichtungen Kita und Schule fördern
  • Eltern und Fachkräfte frühzeitig in den Kooperations- und Beratungsprozess einbeziehen.

Seit 2012 arbeiten die beteiligten Einrichtungen gemeinsam an der inhaltlichen Gestaltung des Projekts.
Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen ihres Programms "SchulLabor" (Unterstützung von innovativen Lerngemeinschaften).